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Bildung statt Kinderaufbewahrung – gegen das Kinderbildungsgesetz NRW

Bildung statt Kinderaufbewahrung – gegen das Kinderbildungsgesetz NRW

Nachdem sich die Lage in den Kitas dramatisch zuspitzt und der neue Referentenantrag von Familienministerin Paul die Situation weiter verschlimmert, können wir nicht länger untätig bleiben. Aus diesem Grund haben wir am Donnerstag, den 16.12.2025 eine Petition gestartet, deren Inhalt wir hier teilen und um Unterstützung bei der Verbreitung bitten.

 

Hier geht es zu der Petition auf Change.org:

https://c.org/tnpQPwVPnT

 

Das ist unser Anliegen:

Wir vom KT Institut arbeiten als Fortbildnerinnen im Kita-Bereich und erleben täglich die Herausforderungen und die bereits hohe Belastung, unter der pädagogische Fachkräfte und Eltern stehen. Umso mehr erschüttert uns der Referentenantrag der Grünen Familienministerin Paul für das Kinderbildungsgesetz der Kitas in NRW. Es wird vorgeschlagen, dass pädagogische Fachkräfte künftig mindestens fünf Stunden die Kernzeit betreuen sollen, während die Randzeiten mit Hilfskräften abgedeckt werden. Darüber hinaus soll die Anzahl der zu betreuenden Kinder im Ü3 Bereich von 25 auf 29 Kinder und im U3 Bereich von 10 auf 14 Kinder erhöht werden können. Bei diesen Änderungen würde die Qualität der Betreuung und Bildung ein weiteres Mal drastisch verschlechtert.

Das bisherige Kinderbildungsgesetz ist von Anfang an nicht realistisch angelegt, denn es sieht unter anderem im Personalschlüssel weder Krankheits- noch Urlaubstage der Mitarbeitenden vor. Die Realität in vielen Einrichtungen sieht dann so aus, dass Fachkräfte gegen besseren Wissens zwischenzeitlich gegen die Aufsichtspflicht verstoßen, um den Anforderungen zu entsprechen. Im Bewusstsein, weder den eigenen Ansprüchen zu entsprechen, noch den Bedürfnissen von Kindern gerecht werden zu können.

Seit vielen Jahren wird darauf hingewiesen, dass die Qualität der frühkindlichen Bildung den größten Einfluss für die Entwicklung von Kindern hat. Erfolgt ein Wechsel von Personen während des Tages, zu denen Kinder keine bindungsähnliche Beziehung aufgebaut haben, gerät das noch unreife Nervensystem von Kindern unter Stress, wodurch Lernen und Bildung blockiert werden. Anstatt die Bedingungen für alle Beteiligten zu verbessern und die Arbeitslast der Fachkräfte zu verringern, sollen nun Maßnahmen ergriffen werden, die die Situation weiter verschlechtern. Studien zeigen, dass die Betreuung in größeren Gruppen nicht nur die Entwicklung der Kinder negativ beeinflusst. Sie führen auch zu einem höheren Stresslevel und zu Überforderungen bei den pädagogischen Fachkräften, mit denen sich das Risiko von Grenzüberschreitungen der Fachkräfte gegenüber Kindern erhöhen kann.

Für Kinder, die bis zu 45 Stunden und mehr in Kindertagesstätten verbringen, brauchen wir bessere Rahmenbedingungen:

Kleine Gruppengrößen
Pädagogisch ausgebildetes Personal

Wir alle stehen in der Verantwortung, Kinderrechte zu sichern und diejenigen zu schützen, die sich noch nicht selbst schützen können. Die geplanten Änderungen ignorieren diese Verantwortung und setzen Fachkräfte und Kinder unzumutbaren Bedingungen aus. Möchten wir den Fokus auf Qualität legen und neue Wege gehen, müssen wir sicherstellen, dass Kinder nicht die Opfer von politischen Fehlentscheidungen werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen gefährden die seelische Gesundheit von Kindern und die Bildungsstandards erheblich. Sie ignorieren sowohl die Bedürfnisse der Kinder, als auch ihrer pädagogischen Bezugspersonen.

Wir fordern daher die Landesregierung und insbesondere Familienministerin Paul auf, dieses Vorhaben umgehend zu stoppen. Kindertagesstätten sollten sichere Orte für die Jüngsten unserer Gesellschaft sein. Unterstützen Sie die qualitative frühkindliche Bildung – für die Zukunft unserer Kinder und für die Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Begleitungen.

Bitte unterzeichnen Sie diese Petition, um ein starkes Signal gegen die geplanten Verschlechterungen im Kinderbildungsgesetz NRW zu senden. Lassen Sie uns gemeinsam für die Rechte unserer Kinder und für faire Arbeitsbedingungen in den Kitas einsetzen.

Vielen Dank.